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Die Vorsorge-Darmspiegelung

Zu den häufigsten Krebsarten in Mitteleuropa gehört der Darmkrebs. Man schätzt, dass jährlich allein in Deutschland 60.000 Menschen neu an diesen sogenannten kolorektalen Karzinomen erkranken. Fast die Hälfte der Betroffenen befindet sich zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium, zum Teil auch mit Metastasen (Tochtergeschwulsten, vornehmlich in der Leber). Entsprechend versterben derzeit in Deutschland etwa 30.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs. Diese Zahlen sind erschreckend, ganz besonders, wenn man bedenkt, dass gerade der Darmkrebs wie kaum eine andere Krebserkrankung durch eine konsequente Gesundheitsvorsorge verhindert werden kann.

Was können Sie tun? Natürlich gibt es Alarmzeichen, die letztlich zu einem Arztbesuch führen. Dazu gehören Blut im Stuhl oder ein im Vergleich zu den früheren Gewohnheiten verändertes Stuhlverhalten (z.B. eine neu aufgetretene Verstopfungsneigung oder auch zeitweise wiederholte Durchfälle). Sollten Sie solche Symptome bei sich bemerken, melden Sie sich bitte unbedingt in unserer Sprechstunde. Leider treten solche Alarmzeichen aber meist zu spät auf, also zu einem Zeitpunkt, in dem der Darmkrebs oft schon weit fortgeschritten und unter Umständen nicht mehr heilbar ist.

Viel wichtiger sind daher Vorsorgeuntersuchungen.

Vielleicht kennen Sie Testbriefchen, mit deren Hilfe man für das Auge unsichtbares Blut im Stuhl erkennen kann. Hierbei handelt es sich um einen preisgünstigen Test, der in einem gewissen Rahmen zur Früherkennung von Darmkrebs geeignet ist. Die Zuverlässigkeit dieses Testverfahrens ist jedoch nicht ausreichend, außerdem setzt ein positives Ergebnis voraus, dass bereits ein (blutendes) Krebsgeschwür im Dickdarm vorliegt. Selbst dann kann in bis zu 50 % der Fälle ein falsches Testergebnis vorliegen, das heißt, ein schon bestehender Darmkrebs wird dann nicht erkannt. Darüber hinaus gilt: Krebsfrüherkennung ist zwar gut, unser Ziel ist jedoch die Krebsverhinderung.

Wie kann man die Entstehung von Dickdarmkrebs verhindern? Man weiß heute, dass Darmkrebs in fast allen Fällen über einen mehr oder weniger langen Zeitraum aus sogenannten Darmpolypen entsteht. Polypen sind primär gutartige Wucherungen der Dickdarmschleimhaut, die aber im Laufe der Zeit entarten, also bösartig werden können. Eine Entfernung dieser Polypen würde entsprechend eine Entwicklung von Dickdarmkrebs aus diesen Polypen verhindern. Polypen können heute mittels Darmspiegelung (Coloskopie) mit sehr hoher Sicherheit entdeckt und in den meisten Fällen schon während der Untersuchung sicher entfernt werden. Daher ist die Darmspiegelung derzeit die Standardmethode zur Vermeidung und zur Früherkennung kolorektaler Karzinome.

Wer sollte sich einer Darmspiegelung unterziehen lassen? Die Antwort ist klar: Jeder Mensch ab dem 55. Lebensjahr. In diesem Alter steigt nämlich das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Sollten Sie Verwandte haben, die bereits an Darmkrebs erkrankt oder verstorben sind (Geschwister, Eltern, Großeltern etc.) so ist eine Vorsorge-Coloskopie unter Umständen schon früher, das heisst vor dem 55. Lebensjahr erforderlich. Je nachdem, wie alt (oder besser: wie jung) der Verwandte bei Diagnosestellung war, kann eine Vorsorge-Darmspiegelung unter Umständen auch schon vor dem 30. Lebensjahr notwendig sein! In jedem Fall werden sämtliche Kosten von der Krankenkasse vollständig übernommen. Fragen Sie in unserer Sprechstunde nach, wir werden Sie individuell beraten und einen Vorsorgeplan mit Ihnen erarbeiten.

Wie funktioniert eine Darmspiegelung? Vielleicht haben Sie ja schon von Verwandten oder Bekannten gehört, wie eine Darmspiegelung abläuft. Lassen Sie sich nicht beirren, wenn Ihnen jemand erzählt hat, wie fürchterlich eine Darmspiegelung sein kann. In der Hand eines erfahrenen Untersuchers mit einer modernen Ausrüstung und einer individuell angepassten Beruhigungsmedikation oder kurzer Narkose ist die Darmspiegelung heute wirklich nicht mehr unangenehm. Von der Untersuchung merken Sie so kaum noch etwas. Wichtig ist jedoch eine vollständige Darmreinigung. Eine solche kann nur durch vorheriges Trinken einer entsprechenden Lösung erzielt werden. Über den Geschmack dieser Lösungen lässt sich streiten, in jedem Fall sind sie effektiv und gut verträglich. Allerdings muss die Menge dieser Lösung ausreichend sein, dies können durchaus bis zu zwei mal zwei Liter sein. Zwar werden mancherorts auch andere Lösungen angeboten, die angeblich auch in geringeren Mengen wirksam sein sollen, aus der eigenen Erfahrung lässt sich jedoch eindeutig sagen, dass in diesen Fällen mit zum Teil erheblichen Darmverunreinigungen zu rechnen ist, die die Aussagekraft der Darmspiegelung deutlich einschränken! Lassen Sie sich von uns beraten.

Zwar können wir Darmspiegelungen nicht in unserer Praxis durchführen, wir arbeiten jedoch mit einem qualifizierten Team zusammen, dem wir Sie gerne anvertrauen. Uns ist wichtig, dass Sie sich dabei möglichst wohlfühlen und dass die Untersuchung durch erfahrene Untersucher mit modernen Geräten erfolgt. Das beinhaltet entsprechende Rahmenbedingungen, die auch eine sofortige Polypenabtragung (die übrigens nicht schmerzhaft ist!) ermöglichen. Zu einer hohen Qualität der Untersuchung gehört ferner ein erfahrener Pathologe, der die mikroskopische Aufarbeitung und Beurteilung eventuell entnommener Gewebsproben bzw. der abgetragenen Polypen vornimmt.

Gerne übernehmen wir für Sie die Planung einer Darmspiegelung.

Haben Sie noch Fragen? Dann melden Sie sich in unserer Sprechstunde, wir beraten Sie gerne.

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