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Stand: Frühjahr 2010

Reisezeit – Zeckenzeit. Wann eine FSME-Impfung zu empfehlen ist.

Wenn die warme Jahreszeit endlich Einzug hält, denkt man doch gerne an Ausflüge, Waldspaziergänge oder Reisen. Doch damit droht auch wieder der Kontakt mit Zecken, kleinen achtbeinigen, blutsaugenden Parasiten, die in Wäldern und Wiesen lauern und als wichtige Krankheitsüberträger gelten. Besonders gefährlich ist hierbei die FSME, die Frühsommermeningoenzephalitis, eine Hirnhautentzündung. Auch in Deutschland verbreitet sich die FSME zunehmend, vor allem in Bayern, Baden-Würtemberg und Rheinland-Pflalz. Planen Sie eine Reise in ein ausgewiesenes FSME-Risikogebiet, so sollten Sie sich unbedingt gegen FSME impfen lassen. Die Kosten für die ärztliche Beratung und den Impfstoff übernimmt bei Reisen innerhalb Deutschlands Ihre Krankenkasse. Bei Auslandsreisen wird die Kostenübernahme von Kasse zu Kasse unterschiedlich gehandhabt, viele Gesetzliche Krankenkassen übernehmen mittlerweile aber auch bestimmte Reiseimpfungen.

Der FSME-Impfstoff ist ein seit vielen Jahren mit großen Erfolg eingesetzer, gut verträglicher Impfstoff. Für einen vollständigen Immunschutz sind mindestens drei Teilimpfungen erforderlich, diese können auch nach einem sogenannten Schnellimmunisierungsschema verabreicht werden. Nach drei Teilimpfungen hält der Impfschutz drei Jahre an, danach ist eine weitere Impfung als Auffrischung für die nächsten drei Jahre erforderlich.

Im Folgenden informieren wie Sie über das FSME-Risiko in den einzelnen europäischen Ländern.

Skandinavien:
Lediglich im Süden Schwedens besteht in einigen Gegenden ein FSME-Risiko. Die Notwendigkeit einer Impfung richtet sich nach den Reisebedingungen.

Dänemark:
Ein Risiko besteht aktuell nur auf der Insel Bornholm, ansonsten ist Dänemark im Wesentlichen frei von FSME.

Deutschland:
Wie bereits beschrieben, ist die FSME-Durchseuchung der Zecken auch in Deutschland zunehmend. Ausgewiesene Risikogebiete sind Bayern, Baden-Würtemberg und Rheinland-Pfalz. Vereinzelte Fälle wurden auch in den neuen Bundesländern (incl. Rügen), sowie in den Landkreisen Braunschweig, Aachen, Euskirchen, Oldenburg, Bremerhaven, Cuxhaven, Bad Oldesloe und im Süden Hessens gemeldet.

Österreich:
Österreich ist Hochrisikogebiet für FSME! Besonders gefährlich sind die Flussniederungen der Donau, Kärnten, die Steiermark und das Burgenland. Neuerdings sind auch Vorarlberg und Salzburg betroffen. Eine Schutzimpfung ist absolut empfehlenswert.

Schweiz:
In den Niederungen der Nordschweiz auf Höhen unterhalb von 1.000 m ist FSME ebenfalls verbreitet, besonders zu nennen sind das Rheintal und die Zentralschweiz, neuerdings aber auch einzelne Gebiete im Kanton Bern.

Italien:
FSME-Vorkommen in den Provinzen Trentino, Belluno, Goriza, Florenz und Latium, ansonsten ist Italien im Wesentlichen frei von FSME.

Frankreich:
Frankreich ist fast frei von FSME, es existieren jedoch einige Risikogebiete im Elsass, um Nancy und um Grenoble.

Griechenland:
Ein Risikogebiet ist westlich von Thessaloniki beschrieben, ansonsten ist Griechenland im Wesentlichen frei von FSME.

Ungarn:
Landesweit besteht ein hohes FSME-Risiko, vor allem jedoch im Bereich der Flussniederungen.

Polen:
In Polen finden sich mehrere Hochrisikogebiete, vor allem im Norden, Nordosten, im Osten und im Süden an der tschechischen Grenze. Auch eine Übertragung über Schaf- und Ziegenmilch wurde beschrieben. Eine Impfung ist dringend anzuraten.

Slowakei:
Das Donaubecken und die Westkarpaten gelten als Hochrisikogebiet, aber auch in allen anderen Landesteilen empfiehlt sich eine Schutzimpfung.

Russland - Weissrussland:
In weiten Gebieten herrscht ein hohes FSME-Risiko, besonders im eurasischen Waldgürtel von Kaliningrad bis Wladiwostock und zwischen Moskau und St. Petersburg. Neben den klassischen mitteleuropäischen FSME-Viren finden sich in den östlichen Landesteilen auch die Erreger der sogenannten Russischen Frühsommer-Meningoenzephalitis (RSSE), auch als östlicher FSME-Subtyp bezeichnet. Der bei uns erhältliche Impfstoff schützt vor beiden Virus-Subtypen.

Tschechische Republik:
Landesweit besteht ein hohes Risiko, vor allem aber im Bereich der Flussniederungen.

Slowenien:
Slowenien gilt ebenfalls als Hochrisikogebiet für FSME.

Bosnien-Herzegowina – Kroatien – Serbien – Montenegro:
Hohes FSME-Risiko vor allem in den Flussniederungen, aber auch Übertragung über Nahrungsmittel wurden beschrieben. Eine Impfung sollte in jedem Fall erfolgen.

Baltikum – Estland, Lettland, Litauen:
Sehr hohes FSME-Risiko. Litauen steht europaweit an erster Stelle bezüglich des FSME-Risikos. In Lettland besteht auch ein Risiko in Grünanlagen im Stadtgebiet. Eine Impfung sollte unbedingt erfolgen.

Albanien – Aserbaidschan – Moldawien – Rumänien – Ukraine:
Albanien gilt mittlerweile als Hochrisikogebiet für FSME. Aus den anderen Ländern liegen leider nur ungenaue Daten vor, in Albanien und Rumänien soll das FSME-Virus auch durch Ziegenmilch übertragen worden sein. Eine Impfung ist zu empfehlen.

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